Micromanagement bedeutet, dass eine Führungskraft jeden Aspekt der Arbeit ihrer Mitarbeiter kontrolliert. Für uns Assistentinnen kann das besonders belastend sein, da wir oft eng mit unseren Vorgesetzten zusammenarbeiten und auf ein hohes Mass an Eigenverantwortung angewiesen sind.
Vor einigen Jahren leitete ich ein Team von Junior-Assistenzen und die Aufgaben waren für Personen ohne Berufserfahrung ausgelegt, sehr Prozess lastig, aber mit vielen Freiräumen hinsichtlich der Arbeitsgestaltung. Das Ziel war es, einen Karriereweg für Assistenzen zu etablieren und Berufseinsteigern die Rolle der Assistenz von Grund auf beizubringen. Doch leider lief vieles nicht nach Plan.
Mein Vorhaben durch Prozesse und standardisierte Abläufe den Junior-Assistents alles beizubringen, führte zu einem übermässigen Kontrollverhalten von mir. Ich kontrollierte wirklich alles – gesendete E-Mail, jedes Detail und jede Aufgabe – nichts blieb unkontrolliert. Dies führte dazu, dass das Team demotiviert wurde und viele Fehler passierten, die sich negativ auf die Arbeit mit Kunden auswirkten.
Micromanagement ist nicht nur für die betroffenen Mitarbeiter belastend, sondern auch für die Führungskraft selbst. Ich stand unter ständigen Stress und die Belastung, die durch die unzähligen Kontrollen und Korrekturen entstanden raubten mir den letzten Nerv. Die Arbeitsqualität litt, ebenso wie der Teamgeist. Es hat einige Zeit gedauert, bis ich erkannte, dass ich selbst überfordert war und ich Hilfe benötige bei der Führung des Teams.
Wie zentrale Rolle von (deutlichen) Zielgesprächen und der schriftlichen Definition von Erwartungen war mir zwar immer bewusst, aber heute verwende ich es mehr denn je für die Entwicklung von Mitarbeitenden. Ebenso ist es notwendig, Konsequenzen zu ziehen, wenn die Leistung nicht den Anforderungen entspricht. Ebenso hätte ich die Fehler der Junior-Assistents eskalieren lassen sollen, damit diese die direkten Konsequenzen ihres Handelns erleben. So hätten sie vermutlich verstanden, warum gewisse Prozesse so sind, wie sie sind.
Wenn du dich in einer ähnlichen Situation befindest – sei es als Assistentin, die micromanaged wird, oder als jemand, der selbst zu Micromanagement neigt – gibt es einige Schritte, die du unternehmen kannst:
Micromanagement kann die Motivation und Produktivität erheblich beeinträchtigen. Meine Erfahrung zeigt, wie wichtig es ist, Vertrauen in das eigene Team zu haben und die Balance zwischen Kontrolle und Freiheit zu finden.
Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, wie ich mit dem Thema umgegangen bin und welche Tipps ich noch für dich habe, dann höre dir die Podcast-Folge #31 an. Spoiler: In der Folge #32erwarten dich weitere Tipps und Tricks, wie du Micromanagement vermeiden und eine angenehmere Arbeitsumgebung schaffen kannst.
Höre jetzt rein und erfahre, wie du dich und dein Team effektiv führen kannst!
Deine Isabel
Coach und Mentor für Assistenzen